Der Beruf als Pokerspieler

Spätestens seit dem großen Poker-Boom von 2003 ist das Kartenspiel nicht mehr nur in verrauchten Hinterzimmern zu finden. Seitdem Chris Moneymaker beim Main Event der WSOP 2003 2,5 Millionen US-Dollar gewonnen hat, ist Poker auch hierzulande in den Vordergrund gerückt.

Beruf Poker

Variables Glück

Selbst heutzutage wird, wenn von Poker gesprochen wird, viel zu viel Aufmerksamkeit auf das Glück gelenkt. Dabei ist Poker zwar ein Glücksspiel, bei dem Fortuna allerdings langfristig gesehen keinen großen Einfluss nimmt. Poker hat viel mehr mit Strategie und Wissen zu tun. Gute Spieler analysieren ihre Gegner und arbeiten mit mathematischen Formeln, um ihre Gewinnerwartung zu errechnen. Natürlich kann kurzfristig auch mal der schlechtere Spieler Gewinn machen, auf lange Sicht verlieren diese sogenannten „Fische“ aber. Durch diese kleinen Gewinne, die von den schlechten Spielern ab und zu erzielt werden, sitzen an den meisten Tischen sich selbst überschätzende Spieler, die mit dem nötigen Know-how ausgespielt werden können. Deshalb ist Poker auch als Einnahmequelle bestens geeignet.

Traumberuf Pokerspieler

Da die Verlockung des schnellen Geldes groß ist, trifft man an den Tischen viele Spieler, die vor der Session schon von Geldsummen träumen und dadurch mit zu wenig Ernst und Konzentration spielen. Fakt ist: Ca. 80 % der Pokerspieler verlieren. Wenn man den Blick durch das Casino schweifen lässt, bemerkt man viele Suchtspieler, die trotz des Spielbankgesetzes nicht vom Spielen abgehalten werden. Eigentlich sollte das Casino aktiv bei der Verhinderung und Bekämpfung der Spielsucht agieren. Tatsache ist aber, dass die meisten Spielbanken, um den Gewinn zu steigern, nicht eingreifen. (Anmerkung: Jeder Spieler muss beim Pokerspielen Rake abgeben. Dies ist die Gebühr, die das Casino oder die Onlineplattform einfordert.)

In Wahrheit ist der Beruf Pokerspieler mit viel Arbeit verbunden. Professionelle Spieler sitzen häufig nächtelang an Tischen oder versuchen Informationen durch Bücher oder Onlinerecherche zu gewinnen, sodass bei vielen das soziale Leben auf der Strecke bleibt. Des Weiteren verlieren einige Spieler durch das Spielen mit hohen Einsätzen den Bezug zum Geld. Selbst extrem talentierte Spieler, wie der 1998 verstorbene Stu Ungar, können dadurch ganz schnell auf die Verliererstraße wechseln. Deshalb sollten Spieler, die sich dazu entscheiden professionell Poker zu betreiben, über eine gute mentale und körperliche Verfassung, Lebenserfahrung und ein stabiles Umfeld verfügen.

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